North Star Metric

North Star Metric

Die North Star Metric bezeich­net eine Mess­grö­ße, die ein Unter­neh­men als Fokus für sein Wachs­tum ver­wen­det. Sie dient als Rich­tungs­wei­ser und spie­gelt den Wert, den ein Unter­neh­men sei­nen Kun­den bie­tet, am bes­ten wider. 

Der Polar­stern weist die Rich­tung

Vom Polar­stern hat sicher jeder schon ein­mal gehört. Er ist der hells­te Stern im Ster­nen­bild Klei­ner Bär und wird bis heu­te in der See­fahrt zur nau­ti­schen Ori­en­tie­rung ver­wen­det, da mit sei­ner Hil­fe die geo­gra­fi­sche Nord­rich­tung bestimmt wer­den kann. Unter­neh­men haben im über­tra­ge­nen Sin­ne eben­falls einen Polar­stern, dem sie fol­gen soll­ten. Ihr Polar­stern ist die Metrik, die für den unter­neh­me­ri­schen Erfolg die größ­te Strahl­kraft besitzt – die North Star Metric. Sie gibt eine kla­re Rich­tung vor, in die das Unter­neh­men navi­giert. Dabei geht es nicht dar­um, den Weg genau zu ken­nen und ein­fach Schritt für Schritt abzu­lau­fen. Viel­mehr geht es um eine gro­be Vor­stel­lung, wohin die Rei­se geht. 

In Zei­ten einer orga­ni­sa­to­ri­schen Ver­än­de­rung bei­spiels­wei­se, getrie­ben durch Digi­ta­li­sie­rung und Pro­zess­um­stel­lun­gen, ver­lie­ren Mit­ar­bei­ter und Füh­rungs­kräf­te manch­mal das Ziel aus den Augen. Die North Star Metric kann in sol­chen Fäl­len die nöti­ge Sicher­heit bie­ten, um sich voll auf sei­ne Arbeit fokus­sie­ren und den Umstel­lungs­pro­zess mit­tra­gen zu kön­nen. Die Metrik ist dabei immer eng mit dem Geschäfts­wert und dem dazu­ge­hö­ri­gen Nut­zen für den Kun­den ver­knüpft. Jedes Team inner­halb des Unter­neh­mens kann zu der Metrik bei­tra­gen und so sei­nen eige­nen Anteil zur Stei­ge­rung des Geschäfts­werts bei­steu­ern. 

Pro­mi­nen­te Bei­spie­le

Bekann­te Tech-Unter­neh­men haben ihre North Star Metric immer wie­der neu defi­niert und auf das größ­te Wachs­tums­po­ten­ti­al aus­ge­rich­tet. Dabei set­zen sie den Mehr­wert ihrer Pro­duk­te für den Kun­den in den Fokus, nicht etwa die rei­ne Anzahl an Down­loads oder getä­tig­ten Abschlüs­sen. Hier eini­ge Bei­spie­le bekann­ter Unter­neh­men: 

Face­book

Monat­lich akti­ve Nut­zer

Spo­ti­fy

Gehör­te Zeit

Ama­zon

Anzahl Käu­fe pro Monat

Airbnb

Gebuch­te Über­nach­tun­gen

Uber

Fahr­ten pro Woche

Whats­App hat nicht die Anzahl der Down­loads als North Star Metric gesetzt, da mit dem rei­nen Down­load kein Mehr­wert und somit kei­ne lang­fris­ti­ge Bin­dung des Nut­zers erreicht wird. Erst das Über­sen­den einer Nach­richt stellt den Erfolgs­mo­ment für den Kun­den dar, wes­halb die­ser Wert von Whats­App als zen­tra­ler Wert iden­ti­fi­ziert wur­de. Der Wert zahlt deut­lich bes­ser auf die lang­fris­ti­ge Wachs­tums­stra­te­gie des Unter­neh­mens (in die­sem Fall Face­book) ein als die schlich­te Anzahl an Down­loads. Den Umsatz als North Star Metric zu wäh­len, ist eben­falls kei­ne gute Idee, auch wenn er häu­fig ver­wen­det wird. Kurz­fris­tig erziel­ter Umsatz mag in der Gegen­wart auf dem Papier gut aus­se­hen, lang­fris­tig brin­gen zufrie­de­ne und damit poten­zi­ell wie­der­keh­ren­de Kun­den dem Unter­neh­men jedoch mehr Wachs­tum. 

North Star Metric auf Unter­neh­mens- und Team­ebe­ne

Bei gro­ßen Unter­neh­men kann es in der Pra­xis not­wen­dig sein, geson­der­te Zie­le auf Team­ebe­ne ein­zu­füh­ren. Die North Star Metric bie­tet eine unter­neh­mens­wei­te Ori­en­tie­rung, auf Team­ebe­ne sind wie­der­um geson­der­te Metri­ken an die Zwi­schen­zie­le geknüpft. Zur Unter­schei­dung eig­net sich hier­für die One Metric that Mat­ters, kurz OMTM. Hat bei­spiels­wei­se ein Team für die kom­men­den Mona­te ein bestimm­tes Pro­jekt­ziel, wird eine geson­der­te Metrik defi­niert. Sie wird nur von die­sem Team und nur für die defi­nier­te Anzahl an Mona­ten ver­folgt. Die North Star Metric hin­ge­gen wird sehr lang­fris­tig (2–5 Jah­re) und für das kom­plet­te Unter­neh­men ange­setzt. Die OMTM für ein­zel­ne Teams soll­te jedoch nicht aut­ark behan­delt wer­den, son­dern immer auf die North Star Metric ein­zah­len. Bei­spiel: Expan­diert ein Unter­neh­men ins Aus­land und möch­te dort sei­ne Markt­po­si­ti­on stär­ken, setzt sich das zustän­di­ge Team die Neu­kun­den­an­zahl einer bestimm­ten Ziel­grup­pe als OMTM, wäh­rend die glo­ba­le North Star Metric all­ge­mein monat­lich akti­ve Nut­zer betrifft. So trägt das Team durch die OMTM zum Geschäfts­wert bei. Hat das Team die Mark­po­si­ti­on gefes­tigt, bekommt es neue Zie­le und damit neue Metri­ken zuge­wie­sen. 

Eben­so wie die OMTM kann die North Star Metric, auch wenn sie ursprüng­lich für einen lang­fris­ti­gen Zeit­raum ange­legt wur­de, regel­mä­ßig hin­ter­fragt und ange­passt wer­den. Ein Unter­neh­men kann inner­halb kur­zer Zeit unter­schied­li­che Pha­sen des Wachs­tums durch­le­ben, der Fokus auf das rich­ti­ge Wachs­tums­ziel spielt also eine wich­ti­ge Rol­le. Gera­de wenn Ent­schei­dun­gen auf Basis von Daten getrof­fen wer­den und die Res­sour­cen gleich­zei­tig knapp sind, hilft die Neu­aus­rich­tung den Mit­ar­bei­tern und Füh­rungs­kräf­ten dabei, Maß­nah­men geziel­ter zu set­zen, wel­che im Sin­ne der North Star Metric die größ­te Wirk­sam­keit ent­fal­ten. 

Vor­tei­le der North Star Metric

Die Metrik hat neben einem ver­bes­ser­ten Fokus wei­te­re Vor­tei­le, die als Neben­pro­dukt einen gro­ßen Nut­zen für das kom­plet­te Unter­neh­men haben kön­nen: 

Die oft sehr unkon­kre­te Grö­ße Wachs­tum wird durch eine klar defi­nier­te Kenn­zahl greif­bar gemacht. Dadurch kann sich sowohl das Unter­neh­men, als auch ein­zel­ne Teams und Mit­ar­bei­ter, gegen einen bestimm­ten Wert mes­sen las­sen, um not­wen­di­ge Ände­run­gen früh­zei­tig zu erken­nen.
Als wich­tigs­ter Trei­ber des Unter­neh­mens­wachs­tums wer­den dank der North Star Metric mehr und mehr daten­ba­sier­te Ent­schei­dun­gen getrof­fen, weni­ger aus dem Bauch­ge­fühl her­aus.
Indi­rek­te Zusam­men­hän­ge zwi­schen Maß­nah­men und Wachs­tum, die nicht auf den ers­ten Blick sicht­bar sind, wer­den bei der Daten­ge­ne­rie­rung sicht­bar.
Teams und Mit­ar­bei­ter wer­den für ein nach­hal­ti­ges Wachs­tum sen­si­bi­li­siert und rich­ten ihre Arbeit dar­auf aus.
Res­sour­cen wer­den bei Expe­ri­men­ten und Test­pha­sen von neu­en Pro­zes­sen, Tools und Work­flows nicht ver­schwen­det, solan­ge sich die Maß­nah­men an der North Star Metric ori­en­tie­ren.

Ihr möch­tet wis­sen, wie ihr eure eige­ne North Star Metric fin­den, oder eine bereits vor­han­de­ne prü­fen könnt? Dann lest auch unser wei­ter­füh­ren­dens Jour­nal 
How to: Die eige­ne North Star Metric fin­den.