Wer stellt ein Scrum Team zusam­men?

Wer stellt ein Scrum Team zusammen

Jedes Scrum Team besteht aus drei Rol­len: Einem Pro­duct Owner, einem Ent­wick­lungs­team und einem Scrum Mas­ter. Doch wer ist für die Zusam­men­stel­lung des Teams ver­ant­wort­lich? Was bedeu­ten die ein­zel­nen Rol­le über­haupt? Und wor­auf soll­te man beim Team­buil­ding ach­ten? Ant­wor­ten dar­auf fin­det ihr in die­sem Arti­kel.

Das Tem­po in der Geschäfts­welt steigt ste­tig. Um bei schnel­len Pro­jekt- und Pro­dukt­zy­klen mit­hal­ten zu kön­nen, wen­den sich immer mehr Unter­neh­men agi­len Metho­den zu. Dabei dreht sich alles um die Erfül­lung von Kun­den­be­dürf­nis­sen und die Ver­kür­zung der Markt­ein­füh­rungs­zeit. Eine Scrum-Team­struk­tur stellt daher für vie­le Orga­ni­sa­tio­nen die offen­sicht­li­che Lösung dar.

Wenn man aller­dings noch kei­ner­lei Erfah­rung mit der Zusam­men­stel­lung von Scrum Teams hat, kann sich das Gan­ze schnell als äußerst kniff­lig her­aus­stel­len. Wer stellt ein Scrum Team eigent­lich zusam­men? Wer gehört in ein Scrum Team? Wel­che Eigen­schaf­ten müs­sen Pro­duct Owner, Scrum Mas­ter und Deve­lo­per mit­brin­gen? Falls ihr also zum ers­ten Mal mit Scrum arbei­tet, hilft euch die­ser Arti­kel dabei, die rich­ti­gen Leu­te aus­zu­wäh­len.

Bevor wir jedoch ins Detail gehen, ein wich­ti­ger Hin­weis zu Beginn: Das Ziel soll­te nicht sein, ein pas­sen­des Scrum Team laut Defi­ni­ti­on zusam­men­zu­stel­len. Statt­des­sen soll­tet ihr ein Team schaf­fen, das für die Erfül­lung des Pro­jekt­ziels am geeig­nets­ten erscheint. Ste­hen meh­re­re Kandidat:innen zur Aus­wahl, könnt ihr natür­lich auf ver­schie­de­ne Eigen­schaf­ten ach­ten, die in Scrum zur Gel­tung kom­men. Ein per­fek­tes Scrum Team bringt jedoch nichts, wenn die nöti­gen Fähig­kei­ten feh­len, um das Pro­jekt umzu­set­zen.

Beach­tet des­halb fol­gen­de Faust­re­gel: Erst das Team zusam­men­stel­len, dann das Scrum-Frame­work anwen­den. Anschlie­ßend not­wen­di­ge Anpas­sun­gen an der Team­zu­sam­men­stel­lung vor­neh­men.

Was ist ein Scrum Team?

Ein Scrum Team ist eine klei­ne Arbeits­grup­pe, die in jedem Sprint (ein in der Regel ein- bis vier­wö­chi­ger Zeit­raum) gemein­sam an einem Ziel arbei­tet. In der Soft­ware­ent­wick­lung ist die Arbeit eines Sprints eine inkre­men­tel­le Ver­bes­se­rung, die dazu bei­trägt, einen Benut­zer- oder Pro­dukt­be­darf zu erfül­len.

Um zu funk­tio­nie­ren, müs­sen Scrum Teams über das Wis­sen und die Fähig­keit ver­fü­gen, Pro­ble­me zu lösen, sobald sie auf­tre­ten. Zu die­sem Zweck erfül­len sie ide­al­wei­se fol­gen­de Anfor­de­run­gen:

Scrum Teams sind klein. Die Team­grö­ße soll­te auf fünf bis zehn Per­so­nen begrenzt sein. Dies schließt alle Rol­len ein. Man ließt öfter von einem Ide­al­wert in Höhe von sie­ben Team­mit­glie­dern. Das soll­te jedoch nicht davor abschre­cken, mehr Mit­glie­der hin­zu­zu­fü­gen.
Scrum Teams arbei­ten selbst­or­ga­ni­sie­rend. Sie sind dafür ver­ant­wort­lich, dass die Arbeit des Sprints ohne Hil­fe von außen erle­digt wird. Sie sind auch nicht dazu ver­pflich­tet, den­je­ni­gen, die nicht zum Team gehö­ren, Hil­fe zu leis­ten.
Scrum Teams arbei­ten funk­ti­ons­über­grei­fend. Die Mit­glie­der ver­fü­gen über alle erfor­der­li­chen Fähig­kei­ten, um die Arbeit des Sprints zu erle­di­gen. In unter­schied­li­chen Dis­zi­pli­nen arbei­ten sie gleich­zei­tig am sel­ben Pro­blem, anstatt eine Auf­ga­be von Abtei­lung zu Abtei­lung zu schie­ben.
Scrum Teams arbei­ten eigen­ver­ant­wort­lich. Das gesam­te Team ist für die Arbeit und das Ergeb­nis des Sprints ver­ant­wort­lich, unab­hän­gig von der spe­zi­fi­schen Rol­le des Ein­zel­nen.

Im Wesent­li­chen neh­men Scrum Teams Pro­ble­me auf, ver­wan­deln sie in mög­lichst leicht zu bear­bei­ten­de Arbeits­pa­ke­te und lösen die­se selbst­stän­dig. Am Ende des Sprints wird ein “fer­ti­ges” Pro­dukt­in­kre­ment abge­lie­fert und das Team geht zum nächs­ten Sprint über.

Was muss ein Scrum Team beinhal­ten?

Um zu ver­ste­hen, wie ein Scrum Team in einem Unter­neh­men funk­tio­niert, begin­nen wir mit einer Auf­lis­tung der ver­schie­de­nen Rol­len.

Jedes Team besteht aus

einem Pro­duct Owner,
einem Ent­wick­lungs­team
und einem Scrum Mas­ter

Der Pro­duct Owner

Der Pro­duct Owner ist für die Inhal­te des Pro­dukts ver­ant­wort­lich. Indem er/sie sich mit Stakeholder:innen und User:innen aus­tauscht, fin­det er/sie her­aus, wel­che Ver­bes­se­run­gen und Kor­rek­tu­ren die Endnutzer:innen wün­schen. Die­se fügt der Pro­duct Owner als User Sto­ries dem Back­log hin­zu. Die Ver­wal­tung des Back­logs, um red­un­dan­te oder unpro­duk­ti­ve Arbeit zu ver­mei­den, ist eine der Haupt­auf­ga­ben des Pro­duct Owners. Er/sie ist letzt­end­lich dafür ver­ant­wort­lich zu ent­schei­den, was ent­wi­ckelt wer­den soll. 

Das Dev-Team

Das Dev-Team muss die Ele­men­te im Back­log in Arbeits­pa­ke­te über­set­zen, die es lösen kann. Die dar­aus resul­tie­ren­den Lösungs­an­sät­ze muss es gemein­sam bear­bei­ten, um sie mög­lichst schnell, ele­gant und ohne Feh­ler in die bestehen­de Soft­ware­ar­chi­tek­tur zu inte­grie­ren. Es sorgt dafür, dass die Anfor­de­run­gen rich­tig umge­setzt wer­den. Die abs­trak­te Grö­ße des Dev-Teams soll­te, wie ein­gangs erwähnt, je nach Pro­jekt­ziel zusam­men­ge­stellt wer­den. Es gibt kei­ne Faust­re­gel, wel­che Fähig­kei­ten ein Mit­glied des Dev-Teams mit­brin­gen soll. Trotz­dem scha­det es nicht, wenn jede:r die Scrum Prin­zi­pi­en ver­kör­pert.

Der Scrum Mas­ter

Der Scrum Mas­ter ist dafür ver­ant­wort­lich, dass das Team sein Ziel bis zum Ende des Sprints erreicht. Er/sie lei­tet Scrum Mee­tings, um Pro­ble­me des Teams zu dia­gnos­ti­zie­ren, Hin­der­nis­se zu besei­ti­gen und sicher­zu­stel­len, dass der Pro­duct Owner eine ver­nünf­ti­ge Vor­stel­lung von der Kapa­zi­tät und Geschwin­dig­keit des Teams hat. Indem sie sicher­stel­len, dass die Vor­her­sa­gen zum Pro­jekt­ver­lauf rea­lis­tisch sind und die Pro­zes­se funk­tio­nie­ren, tra­gen Scrum Mas­ter dazu bei, dass das Pro­jekt schnell umge­setzt wird.

Im Gro­ßen und Gan­zen ist ein Scrum Team die Ant­wort des Unter­neh­mens auf unvor­her­seh­ba­re Ereig­nis­se und Pro­dukt­an­for­de­run­gen. Sobald eine Platt­form oder eine Anwen­dung in Betrieb genom­men wird, kön­nen tau­sen­de von Benutzer:innen das Pro­dukt an sei­ne Gren­zen brin­gen und neue Funk­tio­nen for­dern. Kaum hat man ein Pro­dukt ver­öf­fent­licht, muss man schon bereit sein, Aktua­li­sie­run­gen aus­zu­spie­len. Ein Scrum Team erhöht hier die Reak­ti­ons­fä­hig­keit enorm.

Für wen ist ein Scrum Team geeig­net?

In einem Arbeits­um­feld, in dem die Zie­le im Vor­aus bekannt sind und sich auch sel­ten ändern, ist Scrum mög­li­cher­wei­se kei­ne effek­ti­ve Struk­tur. Wenn es nicht mög­lich ist, Auf­ga­ben so weit zu unter­tei­len, dass ein klei­nes Team inkre­men­tel­le Ver­bes­se­run­gen vor­neh­men kann, wird es schwie­rig sein, das Scrum Frame­work pro­duk­tiv ein­zu­set­zen.

Wenn die geschäft­li­chen Anfor­de­run­gen jedoch schwan­ken und vie­le Kun­den unter­schied­li­che Bedürf­nis­se haben, funk­tio­niert Scrum her­vor­ra­gend. Doch bevor man sich für Scrum ent­schei­det, soll­te man sich fol­gen­de Fra­gen ehr­lich beant­wor­ten:

Bin ich bereit, mein Team eigen­ver­ant­wort­lich arbei­ten zu las­sen?
Sind mei­ne Mit­ar­bei­ten­den bereit, eigen­ver­ant­wort­lich zu arbei­ten und den Scrum Prin­zi­pi­en zu fol­gen?

Im Ide­al­fall haben die Pro­jekt­lei­ter bereits Per­so­nen im Kopf, die für die ver­schie­de­ne Scrum Rol­len in Fra­ge kom­men und wel­che Entwickler:innen die not­wen­di­gen Fähig­kei­ten mit­brin­gen, um die Anfor­de­run­gen an das Pro­jekt in funk­tio­nie­ren­de Soft­ware umzu­set­zen.

Haben die­se Mit­ar­bei­ter die Selbst­dis­zi­plin, not­wen­di­ge Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und im Zwei­fel dafür auch ein­zu­ste­hen?

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